Na wakacjach w Łagowie Lubuskim poznałam nowego przyjaciela - Janka. Dla niego też ten prezent: wersja polska “Opowieści z Lokomotywowni”:
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Eines Abends hat Mama meinen Papa gebeten, mir eine Geschichte vor dem Schlafen zu erzählen. Papa konnte sich an kein bekanntes Märchen erinnern und erzählte mir stattdessen eine Geschichte, die er gerade erfunden hat. So sind sie entstanden: die Geschichten über Daisy Max, Luise...
Geschichten aus dem Lokschuppen
Ein neues Zuhause...
...Es war schon fast hell, als Daisy, die Stationslichter sah. Obwohl sie die ganze Nacht gefahren ist, war sie gar nicht müde. Sie war aufgeregt: „Wie groß ist der Bahnhof? Wie sieht der Lokschuppen aus? Wer wohnt da? Werde ich dort Freunde finden?“ So viele Fragen... Seitdem sie zum ersten Mal gehört hat, dass sie in eine andere Stadt umziehen soll, hat sie sich jeden Tag aufs Neue darauf gefreut. In
Niederbaumhausen – einem kleinen Dorf mit 150 Seelen, einem kleinen Bahnhof mit nur einem Abstellgleis – war nichts los. Zumindest nichts, was solche weltneugierige Lokomotivendame wie Daisy beschäftigen könnte. Ja – Daisy war eine Dampflokomotive: eine nicht allzu große – lediglich 3 Achsen, ein kurzer Tender – aber dafür quicklebendig, hungrig auf die große, weite Welt. Wie sie sich dort gelangweilt hat!!! Einmal in der Woche 2 – 3 Waggons durch den
Bahnhof zum Abstellgleis zu ziehen – das ist doch keine Beschäftigung!!! Sie wollte die Welt – die ganze große Welt, bis zu dem dunklen Wald, weit am Horizont, erforschen!!! Und dann, plötzlich, hat sie gehört, wie der Stationsvorsteher zum Rangierer sagte „die Daisy wird uns fehlen... na ja: in Hornburg wird sie ja eher gebraucht!“ Hornburg!!! Diesen Namen hörte sie gelegentlich, als die
Güterlokomotiven in Niederbaumhausen halten mussten, weil der einzige Personenzug – von Luisendorf nach Niedlich – sich wieder mal verspätet hat und das einzige Gleis blockiert war. Hornburg... das klang in ihren Ohren (wer nicht glauben will, ist selber schuld: die Lokomotiven – wie alle Lebewesen – haben auch Ohren!) wie ein Märchen, wie etwas vom einem fremden Planet... und jetzt – jetzt sah sie es selbst: Lichter, wo man nur schauen konnte. „Ist das eine Stadt? Sieht so eine Stadt aus?“ –
fragte sie sich selbst. Das Gleis, auf dem sie fuhr, mündete in einen anderen, neben dem noch ein Gleis lief. Plötzlich kam eine Weiche, dann noch eine, und noch eine... Erstaunt sah Daisy ein Meer an Gleisen, Weichen, Kreuzungen; überall standen große Lampen, neben den Gleisen sah sie merkwürdige Masten, die über die Gleise ragten und mit einem unendlich langen Draht verbunden waren. „Hornburg... UND ICH BIN DA!!!!“ freute sie sich. Plötzlich sah sie den Lokschuppen: ein riesengroßes Gebäude, mit vielen Toren. Sie wurde langsamer und fuhr auf die Drehscheibe drauf. Ein Tor ging auf – Daisys neues Zuhause... „Werde ich hier Freunde finden?“
Max & Co
Im Lokschuppen angekommen, schaute sich Daisy zuerst um. Der Lokschuppen war sehr groß. Es sah so aus, als ob in seinem Inneren mindestens 30 Lokomotiven Platz hätten. Links, neben Daisy stand eine große schwarze Dampflokomotive mit einem Riesentender. Ihre Räder waren rot gestrichen, ihr Kessel, die Kabine und der Tender - schön sauber poliert. "Wie heißt du?" - fragte sie. "Ich bin der Max", antwortete die große Lokomotive mit einer tiefen Stimme. "Du musst die Neue sein - wie ist dein Name?"; Daisy sagte ganz leise, als ob sie sich schämen würde, dass sie so klein ist "Daisy...“ „Das ist ein schöner Name! Ich habe gehört, du sollst hier nur Personenwaggons ziehen? Solche für Ausflüge?". "Ja - und dazu soll ich euch helfen, falls jemand von euch ein Problem hat", sagte sie. "Ich sehe, wir sind hier nur zu zweit - wohnt hier niemand außer uns?". "Doch! Viele sogar!", antwortete Max. "In dieser Ecke wohnen wir, die Dampflokomotiven. Auf den Gleisen neben mir wohnen zum Beispiel Roland und Ferdinand - sie sind Zwillinge und ziehen zusammen schwere Güterzüge. Neben ihnen wohnt Klaudia, eine schöne Lokomotive aus Polen - eine PM 36". "Und wo ist sie jetzt?", fragte Daisy; "Sie ist jetzt in der Werkstatt - lässt sich untersuchen. Du musst wissen, sie achtet sehr auf ihre Gesundheit und Aussehen". "Und du? Welche Züge ziehst du?"; Daisy, wie jede kleine Lokomotive, war neugierig. "Ich ziehe Personenzüge zwischen Hornburg und Burschishausen", antwortete Max. "Manchmal, wenn ich in die Werkstatt muss, macht das die Luise für mich". "Luise? Wer ist das?" - Daisys Neugier war wirklich groß. "Das ist eine Diesellokomotive. Du wirst sie heute Abend kennenlernen, aber quäle sie nicht mit so vielen Fragen - sie wird bestimmt müde sein". "Gut - aber du musst mir noch mehr über deine Freunde erzählen, Max!" - bat Daisy.
Plötzlich ging auf der rechten Seite des Lokschuppen eine Tür auf. Auf dem Gleis davor sah Daisy eine neue Lokomotive. Sie war rot, vorne und hinten leicht abgerundet; auf dem Dach hatte sie etwas, was Daisy noch nie zuvor gesehen hat - dieses etwas berührte einen langen Draht, der über ihr hang. "Das ist die Elisa - eine elektrische" - sagte Max. "Elektrische?", fragte Daisy; "was heißt das?". "Sie braucht keine Kohle und kein Wasser. Sie braucht auch keinen Diesel. Sie fährt mit Strom, den sie aus dem Draht zieht. Daher kann sie nur dort fahren, wo die Drähte über ihr hängen."; Max wusste, wie immer, auf alles eine Antwort. In diesem Moment fuhr Elisa in den Lokschuppen hinein. "Guten Morgen ihr Lieben!", sagte sie mit einer melodischen Stimme
Neue Freundin
Daisy schaute die ganze Zeit fasziniert auf Elisa. Eine derart schöne Lokomotive hat sie noch nie gesehen: schlicht und doch elegant... “Welche Züge ziehst du” - fragte sie. “Ich? Nur Personenzüge - natürlich die schnellsten - die IC-s !” - antwortete stoltz Elisa. “Wir, die E-Loks sind die Königinnen der Gleise; wir sind die schnellsten, die schönsten - niemand kann sich mit uns messen!!!” Max schaute auf sie kurz und flüßterte zu Daisy: “das sagt sie jedes mal, wenn jemand neuer zu uns kommt. Sie ist nunmal so. Dabei gibt es durchaus jemanden, der schneller als sie ist - und mindestens so elegant”. “Wer ist das?” fragte Daisy neugierig. “Den wirst du gleich sehen - in 10 Minuten fährt er vorbei. Wenn die Zeit kommt, sage ich es dir Bescheid”. Nach einer kurzen Zeit schaute Max auf die Uhr über dem Einfahrtstor und sagte: “ schau nach draußen - auf den letzten Gleis”. Daisy blickte neugierig dorthin. Aus der Ferne hörte sie plötzlich ein leises Geräuch, das sich rasend schnell näherte. Plötzlich sah sie etwas weißes, das fast wie ein Blitz vor ihr sauste; einen so schnellen Zug hat sie nicht einmal in ihren träumen gesehen!!! “Wow... wer war das?” - fragte sie Max. “Das war ein ICE 3”, antwortete Max leise “ein Zug, der 300 Stundenkilometer fährt” - und sagte dann lauter “ja, ja - Elisa - die schnellste;-) Versuche mal, meine Teure, so schnell wie der zu fahren, dann werden wir vieleicht glauben!”. Alle Lokomotiven im Lokschuppen haben gelacht - und Daisy scheinte es, als ob Elisa ein wenig roter geworden wäre; als ob ihr ein wenig peinlich wäre...
Fortsetzung folgt